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1. Einleitung
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"Cyberspace", "Datenhighways", "Internet",
"Informationsgesellschaft", "eBanking",...
Die Liste der Modebegriffe rund um die sogenannten "Neuen Medien"
könnte noch erheblich verlängert werden, -ein Indiz für
die große Bedeutung, die diesen neuen Technologien in unserer Gesellschaft
zugeschrieben wird. Spätestens in der Mitte der 90er Jahre hat die
Entwicklung der "neuen Medien" einen Punkt überschritten,
ab dem ihnen eine hohe gesellschaftliche Relevanz nicht mehr abgesprochen
werden kann.
Neue Kommunikationsformen sind damit entstanden und etabliert: eMails
ersetzen zunehmend Briefe. Kommunikation mit der Bank ist auch "online"
möglich. Statt in ein Reisebüro zu gehen und sich persönlich
beraten zu lassen, können die relevanten Informationen per Internet
von zu Hause aus abgerufen werden und anschließend kann die Reise
auch gleich vom heimischen Rechner aus gebucht werden. Zeitungen, Radio-
und Fernsehsender, Verlage, -praktisch jedes größere Medienunternehmen
ist mittlerweile auch "online". Gleichzeitig kann auch jeder
Einzelne privat und mit geringem Aufwand durch Erstellung einer Homepage
Informationen mit einer potentiellen Reichweite, die bisher nur den klassischen
Massenmedien vorbehalten war, verbreiten.
Mit dieser Entwicklung verbinden sich unterschiedliche Erwartungen an
die Zukunft: So wird z.B. prognostiziert, die Massenmedien werden vom
Internet abgelöst (1), bzw. in ihnen "aufgehen"
(2). Internet-Enthusiasten hoffen in diesem Zusammenhang
auf die Entstehung eines "herrschaftsfreien Kommunikationsraumes"
(3). Dasselbe Szenario ruft z.B. auf Seiten der etablierten
klassischen (Massen-) Medienunternehmen natürlich weniger Begeisterung
hervor. Den meisten Prognosen gemein ist die allgemeine Annahme, daß
das Internet (als Flagschiff der "Neuen Medien") als neues Medium
Auswirkungen auf die bestehende Medienlandschaft haben werde (4).
In diesem Zusammenhang stellt sich aus medienwissenschaftlicher Sicht
die Frage, inwiefern das Internet überhaupt ein Massenmedium im Sinne
der Definition ist (5). Einer dahingehenden Untersuchung
liegt allerdings die Notwendigkeit zugrunde, daß die beiden Untersuchungs-gegenstände
"Massenmedium" und "Internet" überhaupt klar
definiert sind. Folglich wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit zuerst
definiert werden, was unter "Internet" zu verstehen ist und
was die typischen Merkmale desselben sind. Dann werden verschiedene Definitionen
des Begriffes "Massenmedium" (bzw. "Massenkommunikation")
untersucht und verglichen werden. Im Anschluß daran werden Übereinstimmungen
und Widersprüche zwischen den beiden Untersuchungsgegenständen
"Internet" und "Massenmedium" untersucht werden, um
so zu einer abschließenden Beantwortung der Frage "Ist das
Internet ein Massenmedium ?" zu gelangen.
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2. Was ist "das Internet" ?
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Es bieten sich zwei sehr unterschiedliche Wege an, sich einer Klärung
anzunähern, was unter "Internet" zu verstehen ist: erstens
der "technische" und zweitens der "inhaltliche", der
benutzerorientierte Weg.
2.1 Die Technik des Internet
Geschichtlich betrachtet ist das Internet ganz sicher nicht mit dem Ziel
entwickelt worden, ein neues Massenmedium zu schaffen, denn es ist ein
Kind des amerikanischen Militärs, geboren unter den Eindrücken
des kalten Krieges und es sollte der militärischen Kommunikation
dienen.
In den 60er Jahren entstand im amerikanischen Pentagon der Wunsch, ein
Datenübertragungs-system zu entwickeln, das auch bei Ausfall einzelner
Komponenten des Systems weiter stabil funktioniert und alle verbliebenen
Komponenten vollständig bedient. Die Motivation hierfür lag
in der Befürchtung, daß im Falle eines atomaren Krieges die
Kommunikation zusammen-brechen würde, weil die bisherigen Kommunikationssysteme
hirarchisch, bzw. zentralistisch aufgebaut waren: die Zerstörung
eines Gliedes der Kommunikationskette (oder -pyramide) würde alle
dahinter (bzw. darunter) liegenden Glieder vom Informationsfluß
mit abschneiden. Die Lösung dieses Problems bestand in der Entwicklung
eines dezentralen Kommunikationsnetzes auf der Basis vernetzter Computer.
Das System bewährte sich und wurde im weiteren Verlauf der Geschichte
zuerst auch für Universitäten, später für große
Unternehmen und schließlich uneingeschränkt für die Öffentlichkeit
zugänglich gemacht. Gleichzeitig entwickelte sich die Computerindustrie
weiter, leistungsfähige Rechner und schnellere Übertragungstechniken
machten das Netz immer leistungsfähiger. Trotzdem war dieses Computernetz
bis dahin ein Gebiet für Spezialisten, die Handhabung war nicht sehr
bedienerfreundlich und die übertragenen bzw. verfügbaren Daten
im allgemeinen ebenfalls entsprechend "spezialisiert" in dem
Sinne, daß sie in der Regel von den wenigen Spezialisten an ebensolche
gerichtet waren.
Zu diesem Zeitpunkt gab es verschiedene Anwendungsformen wie Usenet, IRC,
FTP, eMail u.a., welche jede für sich benutzt wurden. Es wurden Daten
gezielt von einem Rechner an einen oder mehrere andere gesendet, es konnten
Daten, die auf anderen Rechnern gespeichert waren, von anderen Rechnern
aus abgerufen werden und es konnte sogar schon in Echtzeit per Texteingabe
miteinander kommuniziert werden. Die Kontaktaufnahme und weitere Kommuni-kation
mit einem anderen Netzrechner funktionierte textbasiert mittels Eingabe
von (nicht sehr eingängigen) Computerbefehlen.
Das alles änderte sich Anfang der 90er Jahre mit der Erfindung des
"WorldWideWeb", kurz www: Der entscheidende Durchbruch zur Anwendung
für eine große (eben nicht spezialisierte) Öffentlichkeit
gelang mit der Erfindung einer graphischen und intuitiv zu bedienenden
Benutzeroberfläche, welche sämtliche Möglichkeiten, die
sich durch die Übertragungs-techniken des Internet ergeben, unter
einer Oberfläche zusammenfasste. Außerdem wurden zeitgleich
die ersten echten Suchmaschinen entwickelt, die zur Volltextsuche fähig
waren. Seitdem ist es möglich, Informationen, die irgendwo auf Internetrechnern
gespeichert sind, ohne Kenntnis des tatsächlichen Ortes der Daten
zu finden und abzurufen. Die Einführung von "Hyperlinks"
ermöglicht es den Internetnutzern schließlich, rein inhaltsorientiert
durch das Netz zu navigieren.
Das Internet stellt also, technisch gesehen, eine Datenübertragungstechnik
dar, mit der multi-direktional, zeitversetzt oder auch in Echtzeit, vor
allem aber völlig hierarchielos binäre Daten übertragen
und/oder abgerufen werden können. Weil auch die Möglichkeit
der Digitalisierung von an sich analogen Informationen besteht, heißt
das, daß per Internet jede denkbare Daten- oder Informationsform
übertragen werden kann, insbesondere also auch Texte, Bilder oder
Audio- und Videodaten.
Eine Begrenzung besteht zur Zeit noch dahingehend, daß die Übertragungsgeschwindigkeiten
in der Regel für große Datensätze wie z.B. hochauflösende
Videofilme noch zu langsam sind, aber es kann aufgrund schon begonnener
technischer Weiterentwicklungen davon ausgegangen werden, daß in
Zukunft auch soche Beschränkungen wegfallen werden.
Das Internet stellt also aus technischer Sicht nichts weiter als eine
Übertragungstechnik dar, die Summe miteinander verbundener Rechner,
welche miteinander kommunizieren können, samt der Übertragungswege.
Für die in dieser Arbeit behandelte Fragestellung ist diese eingeschränkte,
weil ausschließlich technische Definition nicht ausreichend.
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2.2 Die "Inhalte" des Internet
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Ohne der Definition von "Massenmedium" vorzugreifen (siehe
Kapitel 4) liegt auf der Hand, daß eine Übertragungstechnik
per se noch kein Massenmedium machen kann, hierfür muß auch
eine bestimmte Form der Anwendung vorliegen (6).
Außerdem vereint, wie unter 2.1 erläutert, das Internet in
seiner heutigen Form verschiedene Anwendungen unter einer gemeinsamen
Oberfläche (7).
Unter dieser einen Arbeitsoberfläche ist es nun möglich, eMails
zu versenden, Texte zu lesen, Bilder und Filme anzusehen oder Audiodateien
zu hören, sich mit eigenen Beiträgen an einer Newsgroup zu beteiligen
oder auch per Internet scheinbar traditionell z.B. Radio zu hören
oder Telefongespräche zu führen.
Diese verschiedenen Anwendungen unterscheiden sich im Charakter ihrer
Kommunikations-modi zum Teil ganz erheblich, weshalb die wichtigsten von
ihnen jeweils individuell betrachtet werden müssen:
2.2.1 eMail
"eMails" sind, wie der Name schon sagt, die Post des Internet.
Hier können Texte, aber auch jede andere Form von Daten per Internet
von einem Netzteilnehmer an andere versendet werden. In der einfachsten
Verwendungsart werden Botschaften von einem Absender an entweder einen
oder auch mehrere, aber in ihrer Zahl überschaubare, Adressaten geschickt.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, z.B. über sogenante Mailinglisten,
Botschaften an fast unbegrenzt viele Empfänger gleichzeitig abzuschicken
("Massenmailings"). Das Versenden von eMails kann in hohem Grade
automatisiert werden.
2.2.2 Newsgroups
Newsgroups sind Diskussionsforen im Netz: Hier können Nutzer ihre
Meinung öffentlich kundtun, das geschieht üblicherweise in Form
von schriftlichen Beiträgen, aber auch andere Datenformen können
dort hinterlegt werden. All das wird auf einer allgemein zugänglichen
Seite sozusagen "veröffentlicht". Newsgroups werden häufig
mit "schwarzen Brettern" verglichen. Newsgroups werden stark
genutzt, es gibt z.Zt. über 20.000 Newsgroups zu den verschiedensten
Themen. Innerhalb der Newsgroups muß noch einmal differenziert werden
zwischen moderierten und unmoderierten Newsgroups:
Bei moderierten Newsgroups entscheidet ein Moderator, ob ein eingesendeter
Beitrag auf dem Server verbleibt oder nicht, in unmoderierten Newsgroups
dagegen wird ohne jedes steuernde Element uneingeschränkt jeder eingesendete
Beitrag veröffentlicht.
Newsgroups sind in der Regel thematisch ausgerichtet, d.h. eine Newsgroup
hat normalerweise ein bestimmtes Thema. Das hat zur Folge, daß üblicherweise
die "Leserschaft" einer Newsgroup dahingehend stark eingegrenzt
ist, daß nur am Thema Interessierte sich der Rezeption einer bestimmten
Newsgroup überhaupt zuwenden.
2.2.3 Chats
Chats ermöglichen es Internetnutzern, in Echtzeit miteinander per
Texteingabe zu kommunizieren. Hierfür werden virtuelle "Chatrooms"
genutzt, in denen sich zwei oder bis zu (zumindest technisch) unbegrenzt
viele Teilnehmer gleichzeitig austauschen können. In der Praxis ergibt
sich eine Obergrenze für die Teilnehmerzahl letztlich dadurch, daß
bei zuvielen Teilnehmern kein Überblick mehr über die vielen
Beiträge möglich ist.
2.2.4 Streaming
"Streaming" ist eine relativ neue Anwendung des Internet, aufgrund
neu entwickelter Datenkompressionstechniken in Verbindung mit neuen, schnellen
Übertragungstechniken ist es möglich, z.B. Radiosendungen auch
über das Internet in Echtzeit zu übertragen. Viele Radiosender
bieten diesen Service an. Auch Fernsehsendungen wurden schon "gestreamt",
bisher mit sehr mäßiger Qualität, aber es ist abzusehen,
daß bald auch Fernsehübertragungen per Internetstream normaler
Bestandteil des Internet sein werden.
Manche Streamingangebote beinhalten Nutzungsmöglichkeiten, bei denen
die Nutzer individuell ihr eigenes (zur Zeit Radio-)Programm beeinflussen
oder gar völlig selbständig aus einem Pool von Inhaltsangeboten
(also z.B. Musikstücke) zusammenstellen können.
2.2.5 Das www
Wie oben erwähnt, stellt das "www" die wichtigste Komponente
des Internet dar, weil hier alle anderen oben erläuterten Anwendungen
unter einer Oberfläche integriert sind.
Formal betrachtet präsentiert sich dem www-Nutzer eine grafische
Oberfläche aus Text und Bild, eventuell kombiniert mit Ton.
Die Navigation durch das Internet funktioniert über sogenannte "Hyperlinks":
Textpassagen, Bilder oder andere grafische Symbole, welche durch einfaches
Anklicken mit der Maus neue Verbindungen zu anderen Inhalten im riesigen
Datenpool des Internet herstellen.
Die im www abrufbaren Seiten sind teils kommerzieller, teils privater
Herkunft. Es finden sich Inhalte, die denen von typischen Massenmedien
wie Zeitungen gleichen (und oft auch von zumindest vergleichbaren Unternehmen
stammen). Andere Inhalte wiederum sind (kurioserweise abgesehen von der
Tatsache, daß sie unter einem weltweiten Publikum verbreitet werden)
recht privater Natur. Manche Seiten richten sich ganz gezielt an ein Millionenpublikum,
andere ebenso gezielt an einen klar umrissenen äußerst kleinen
Empfängerkreis (der im Extremfall mitunter sogar als privat bezeichnet
werden könnte, wenn nicht der in diesem Fall irritierende Rahmen
der potentiell weltweiten Verbreitung wäre).
Die Nutzungsstruktur per Hyperlinks erfordert vom Nutzer in der Regel
einen gewissen Grad an Eigeninitiative, um an bestimmte, gesuchte Inhalte
zu kommen. Hierfür stellen "Suchmaschinen" Hilfen dar.
Trotzdem kann die Suche nach einem bestimmten Inhalt unter Umständen
zur Geduldsprobe werden und setzt dann ein hohes Maß an Aktivität
seitens des Nutzers voraus, um zum Ziel zu gelangen.
2.3 Zusammenfassung 2.1 und 2.2
Technisch betrachtet ist das Internet also ein dezentrales Netz untereinander
verbundener Rechner, die miteinander kommunizieren können.
Aus der Sicht des Nutzers vereinen sich im Internet verschiedene Komunikationsmöglichkeiten
unter einer einzigen Oberfläche so sehr, daß sie scheinbar
zu einer Einheit verschmelzen.
Indem www-Seiten abgerufen werden können, die hauptsächlich
text- und bildorientiert sind, sieht sich der Internet-Nutzer z.B. in
einer ähnlichen Situation wie ein Zeitungsleser. Allerdings kann
das Angebot der entsprechenden www-Seite unter Umständen deutlich
über das Angebot einer Zeitung hinaus gehen, indem z.B. Hyperlinks
im Text direkt auf andere www-Seiten verweisen, die sich mit demselben
Thema befassen. Wenn evtl. z.B. auch gleich Audio- oder Videoinformationen
zum Thema bereitgestellt werden (oder auch wieder Hyperlinks zu solchen),
wird das Kommunikationsspektrum z.B. in Richtung von Radio- oder Tonträgerrezeption
erweitert. Schließlich kann dieser Internetnutzer, falls er z.B.
mit dem Inhalt der dargebotenen Seite nicht einverstanden ist, sogleich
ohne irgendwelchen Mehraufwand (vielleicht sogar direkt über ein
schon fertig eingerichtetes Feedback-Formular) per eMail Kontakt zum Seitenanbieter
(also zum klassischen "Sender") aufnehmen und ihm seine Meinung
kundtun. Gerade im Vergleich zu klassischen Massenmedien ist letztendlich
noch die Möglichkeit zu erwähnen, daß praktisch jeder
als Individuum und mit sehr geringem Aufwand im Internet Aussagen weltweit
publizieren kann.
Eine solche Fülle an unterschiedlichen Kommunikationsmöglichkeiten
mit einem einzigen Medium ist nicht nur ein relativ neues Phänomen,
sie wirft sogar die Frage auf, ob man es hier überhaupt noch mit
nur einem einzigen Medium zu tun hat (8).
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2.4 Internet, - ein "Hybridmedium"
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Dieses Phänomen parallel zu benutzender verschiedener Kommunikationsmodi
unter einer Oberfläche macht (9), wie gesagt, eine
Beschreibung des Internet als ein Medium fragwürdig.
Einige Autoren gehen sogar soweit, zu erklären, diese "Konvergenz"
werde "gerade nicht zu einem "Multimedium" führen,
wenngleich dies die zukünftige technische Basis (Rechner und Monitor,
bzw. zukünftig das TV-Gerät) suggerieren mag" (10).
Andere Lösungsansätze kommen zu Bezeichnungen wie "Hybridmedium"
oder "mediale Infrastruktur" (11). In Anbetracht
der Unterschiedlichkeit der verschiedenen dem Internet zugehörigen
Kommunikationsmodi erscheint eine solche Begriffsfindung sinnvoll, da
dadurch der übergreifende Charakter ausgedrückt wird.
Durch diese begriffliche Präzisierung tritt aber auch ein grundsätzliches
Problem im Hinblick auf die in dieser Arbeit behandelte Fragestellung
ins Blickfeld: Wenn das Internet eigentlich mehrere Medien sind, wird
eine Klassifizierung als (ein) Massenmedium schon aus systematischen Gründen
problematisch.
Mit etwas Abstand betrachtet zeigt sich allerdings, daß ein solches
Problem, unter einem (technischen) Übertragungsmedium mehrere unterschiedliche
Kommunikationsmodi anzutreffen, nichts ungewöhnliches ist: Würde
man z.B. die Frage "Ist Funk ein Massenmedium?" stellen, dann
käme man ebenso zu der Erkenntnis, hier differenzieren zu müssen.
Man würde mindestens zwischen Amateurfunk und Radio unterscheiden
müssen, zwei Kommunikationsformen, die sich ebenfalls ganz erheblich
voneinander unterscheiden und von denen die eine ein klassisches Massenmedium
darstellt und die andere nicht.
In diesem Sinne kann die Untersuchung bezüglich des Internet weitergeführt
werden, nun allerdings, den neuen Erkenntnissen entsprechend, für
jede Internet-Komponente getrennt (12).
Bevor diese Untersuchung vorgenommen werden kann, muß noch geklärt
werden, was genau unter einem "Massenmedium" zu verstehen ist.
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3 Was ist ein Massenmedium ?
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Die Definition von "Massenmedium" ist direkt verknüpft
mit der Definition von "Massen-kommunikation". Ein Blick ins
"Standardlexikon für Mediaplanung & Mediaforschung"
(13) z.B. verrät: "Die Massenmedien sind die
Kommunikationsmittel des Prozesses der Masenkommunikation (...)".
Auch im "Handwörterbuch der Massenkommunikation und Medienforschung"
(14) werden "Massenmedien" zu allererst kurz
und bündig mit "Massenkommunikationsmittel" beschrieben.
Die berühmteste und wohl auch (zumindest im deutschsprachigen Raum)
einflußreichste Definition von "Massenkommunikation" stammt
von Gerhardt Maletzke aus dem Jahr 1963.
Maletzke beschreibt Massenkommunikation als
"jene Form der Kommunikation, bei der Ausssagen
- öffentlich
- durch technische Verbreitungsmittel
- indirekt
und - einseitig
an ein disperses Publikum vermittelt werden".
Diese Definition von Maletzke stammt, wie gesagt, aus dem Jahre 1963
(15), sie wird aber sowohl von ihm selbst unverändert
z.B. noch im Jahre 1998 (16) benutzt, als auch von anderen
Autoren bis heute zitiert und verwendet (17).
Um sich dieser wichtigen und allgemein gebräuchlichen "Formel"
angemessen zu nähern, wird im folgenden zunächst genauer geklärt,
was unter diesen fünf Gesichtspunkten der Massenkommunikation im
Sinne von Maletzke jeweils zu verstehen ist.
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3.1 Maletzkes fünf Bedingungen der Massenkommunikation
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Die Bedingungen, die ein Kommunikationsprozess erfüllen muß,
um im Sinne von Maletzke als "massenmedial" zu gelten sind also
ein öffentlicher Charakter, technische Verbreitungsmittel, Indirektheit,
Einseitigkeit und ein disperses Publikum. Maletzke hat diese Begriffe
selbst näher eingegrenzt:
Die Öffentlichkeit, die in Maletzkes Definition durch die Massenkommunikation
erreicht werden muß, ist als eine "weder begrenzte, noch personell
definierte Empfängerschaft" zu verstehen (18).
Maletzke präzisiert: "Ist die Aussage in der Intension des Aussagenden
für jeden bestimmt, der in der Lage ist, sich Zugang zur Aussage
zu verschaffen und der willens ist, sich der Aussage zuzuwenden, (...)
so hat die Aussage öffentlichen Charakter." (19)
Technische Verbreitungsmittel meinen beliebige technische Medien.
Indirekte Vermittlung von Aussagen bedeutet, daß räumliche
und/oder zeitliche Distanz zwischen Sender und Empfänger bestehen
muß. (20)
Einseitige Kommunikation schließt einen Rollentausch zwischen Sender
und Empfänger aus. Der Empfänger kann innerhalb des Kommunikationsprozesses
nicht zum Sender werden. (21)
"Disperses Publikum" wird als Begriff von Maletzke eingeführt,
um sich vom eigentlich naheliegenden Begriff der "Masse" von
"Massenkommunikation" zu lösen. "Masse" wecke
aufgrund von Sinnbesetzung aus der Massenpsychologie und der Soziologie
falsche, oft kulturkritische und eventuell auch ideologisch besetzte Assoziationen
und sei mißverständlich für den Gebrauch im Zusammenhang
mit Massenmedien. (22)
Ein "disperses Publikum" ist räumlich verteilt und entsteht
nach Maletzke durch "gemeinsame Zuwendung mehrerer, in der Regel
vieler Menschen zu der Aussage" (23). Ein zentraler
Punkt ist hierbei die gemeinsame und potentiell gleichzeitige Zuwendung.
Maletzke stellt klar, daß ein Publikum nur entstehen kann, wenn
sich Menschen dem Medium überhaupt zuwenden, weil sonst keine Kommunikation
stattfinden kann. "Gemeinsame Zuwendung" schließlich geht
inhaltlich deutlich über z.B. die Formulierung "Zuwendung mehrerer
Menschen zur Aussage" ohne den kleinen Zusatz "gemeinsam"
hinaus, weil mit "gemeinsamer Zuwendung" eine bewußt kollektive
Handlung beschrieben wird. Ohne den Zusatz "gemeinsam" wäre
denkbar, daß keiner der Rezipienten sich dessen bewußt ist,
daß andere sich derselben Aussage zuwenden. Daß aber ein solches
Bewußtsein darüber besteht, daß viele andere sich derselben
Aussage zuwenden, ist laut Maletzke ein Charakteristikum von Massenmedien
(24). Eine Mindestanzahl an Rezipienten kann laut Maletzke
nicht definiert werden (25).
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3.2 Weitere Gedanken und andere Autoren zu "Massenmedien"
und "Massenkommunikation"
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Wie gesagt, handelt es sich bei Maletzkes Definition um eine der am meisten
verbreiteten und allgemein akzeptierten (26), weshalb
hier im weiteren darauf verzichtet wird, andere Autoren zu zitieren, die
seine Definition weitgehend übernommen haben. Ausdrücklich Beachtung
finden dagegen in der Folge einige Sichtweisen, die über Maletzke
in irgendwelchen Punkten hinausgehen, ihm zumindest teilweise widersprechen,
oder die in Massenmedien noch andere Aspekte oder Eigenschaften sehen,
welche in Maletzkes Definition keine direkte Entsprechung finden.
Es kann vorweg genommen werden, daß sich diese Gedanken, die von
Maletzkes Modell abweichen, im Kern betrachtet in zwei "Klassen"
unterteilen lassen: In der einen "Klasse" finden sich solche
Autoren wieder, die den "Status Quo" der klassischen Massenmedien
betrachtet haben und ihre dabei gemachten Beobachtungen zum Modell generalisiert
haben. Etwas provokant kann festgestellt werden, daß es dadurch
zumindest sehr unwahrscheinlich ist, daß ein neu entstehendes Medium
ebenfalls als Massenmedium klassifiziert werden kann, weil es eben keines
der schon bestehenden ist. In der zweiten "Klasse" finden sich
solche Autoren wieder, die entweder tatsächlich unabhängig von
Maletzke eigenständige Definitionen von "Massenkommunikation"
bzw. "Massenmedium" entwickelt haben, oder solche, die sozusagen
zielorientiert über Maletzke hinausgehen, um potentiell die "Neuen
Medien" mit ihren neuen, von den klassischen Massenmedien abweichenden
Eigenschaften auch in die Massenkommunikation integrieren zu können.
Bei einem Vergleich unterschiedlicher Sichtweisen zum Thema "Massenkommunikation"
mit der Sichtweise Maletzkes wird im folgenden auch der Tatsache Rechnung
getragen, daß Maletzke mehr zu diesem Thema veröffentlicht
hat als seine prägnante Definition. An verschiedenen anderen Stellen
(27) finden sich Ausführungen von Maletzke , die
seine Sichtweise weiter erhellen und einen Vergleich mit anderen Autoren
fruchtbarer machen.
Es wird nun wieder der Reihe nach anhand der genannten fünf Bedingungen
von Maletzkes Modell vorgegangen. Danach wird noch ein weiterer Gesichts-punkt
Betrachtung finden, der sich keinem dieser fünf Punkte direkt zuordnen
läßt.
Diese Diskussionen zielen jeweils auf eine Festlegung der diskutierten
Begriffe auf eine bestimmte, für die weitere Vorgehensweise in dieser
Arbeit brauchbare Bedeutung.
Maletzke erklärt eine Aussagenverbreitung für öffentlich,
wenn die Empfängerschaft unbegrenzt und nicht personell definiert
ist. Öffentlichen Charakter habe eine Aussage dann, wenn jeder, der
willens sei, sich ihr zuzuwenden, die Möglichkeit des Empfanges habe.
Burkart fasst prägnant zusammen, eine Aussage sei dann öffentlich,
wenn sie "allgemein zugänglich" sei (28).
Freidson z.B. erklärt darüber hinaus, die Massenkommunikation
müsse adressiert sein an "rather than (...) a special part of
the population" (29). Eine Adressierung an mehr
als nur einen speziellen Teil der Bevölkerung ist in gewisser Hinsicht
schon ein inhaltlicher Anspruch und geht insofern über Maletzkes
eher technisch angelegte Beschreibung hinaus. Maletzke verlangt lediglich
eine potentielle Offenheit für den Empfang innerhalb der gesamten
Bevölkerung und schließt auf der individuellen Ebene eine nur
gezielte Adressierung aus. Für den weiteren Gebrauch in dieser Arbeit
halte ich die Einschränkung von Freidson nicht für brauchbar.
Erstens hat Freidsons Forderung, wie gesagt, inhaltlichen Charakter, sie
scheint im wahrsten Sinne des Wortes eine "Forderung" zu sein
und insofern kein Bestandteil einer neutralen Definition. Zweitens gibt
ihm die neuere Entwicklung auch nicht recht: Es deutet sich auch auf dem
Gebiet der klassischen Massenmedien mit zunehmender Programmvielfalt und
unter dem Eindruck einer wachsenden Konkurrenz eine zunehmende Spezialisierung
auf immer kleinere Zielpublika an (30). Zwar kann die
Frage gestellt werden, inwiefern diese Entwicklung nicht eventuell ganz
allgemein zur Auflösung der Massenmedien führe, allerdings ist
das ein eigenes umfangreiches Thema und kann hier nicht entschieden werden
(31).
Für den weiteren Gebrauch innerhalb dieser Arbeit wird "öffentliche"
Adressierung deswegen ausschließlich im Sinne der Definition von
Maletzke verwandt werden.
Zum Begriff des "technischen Verbreitungsmittels" ist nicht
viel hinzuzufügen. Es besteht allgemeiner Konsens innerhalb des wissenschaftlichen
Diskurses darüber, daß zur Massen-kommunikation ein technisches
Verbreitungsmittel Voraussetzung sei (32). Vor allen
Dingen zeigt sich keine einzige Auffassung, nach der ein technisches Verbreitungsmittel
Hindernis für die Klassifizierung als Massenmedium sein könnte.
Ebenso verhält es sich mit der Bedingung, daß die Kommunikation
"indirekt" zu erfolgen habe: Die von Maletzke erklärte
Notwendigkeit der räumlichen und/oder zeitlichen Distanz zwischen
Sender und Empfänger wird von vielen Autoren erwähnt (33),
und bleibt bei denjenigen, die sie nicht nennen jedenfalls unwidersprochen
(34).
Genauere Betrachtung (insbesondere im Hinblick auf das weitere Untersuchungsobjekt
"Internet") verdient hingegen der Aspekt der "einseitigen"
Vermittlung:
Laut Maletzke selbst bedeutet Einseitigkeit, wie gesagt, daß kein
Rollenwechsel zwischen Sender und Empfänger möglich sei. Diese
Formulierung ist auf den ersten Blick klar verständlich und nachvollziehbar.
Sie ist das notwendige Ergebnis einer Abgrenzung von Massenkommunikation
gegen Individualkommunikation. Individualkommunikation (direkt oder auch
indirekt) ist bidirektional, Sender und Empfänger können ihre
Rollen tauschen, es kann auf eine empfangene Botschaft mit einer eigenen
Botschaft reagiert werden (Antwort), auf die wiederum seitens des Kommunikationspartners
mittels einer neuen Botschaft reagiert werden kann (35).
Es entstehen so bei Individualkommunikation reflexive Strukturen, es kommt
zu einer Interaktion zwischen den beiden Kommunikationspartnern (36),
was bei Massenkommunikation, eben weil sie einseitig verläuft, nicht
möglich ist. Einseitigkeit wird von vielen anderen Autoren ebenfalls
als notweniges Kriterium für Massenkommunikation genannt (37).
Ein "einfaches" Verständnis des Begriffes "einseitig"
wirft allerdings in der Anwendung auf Massenmedien Probleme auf, sobald
der Tatsache Rechnung getragen wird, daß auch bei scheinbar einseitigen
Massenmedien Rückkanäle (engl. Feedback) angeboten werden (z.B.
Leserbriefe, Hörertelefone usw.). Die Existenz solcher Rückkanäle
war allerdings auch Maletzke bei Entwurf seiner Definition, in der "Einseitigkeit"
als Kriterium genannt wurde, durchaus bewußt. In derselben Publikation,
in der sich besagte Definition findet, beschreibt er später ein Schema
für die Prozesse der Massenkommunikation, in welchem "spontane
Antworten des Rezipienten" berücksichtigt werden (38).
Der scheinbare Widerspruch zwischen einerseits geforderter Unidirektionalität
und andererseits Berücksichtigung von "Antworten der Rezipienten"
bei Massenkommunikation löst sich auf, wenn man Maletzkes Massenkommunikationsschema
genau betrachtet: Dann nämlich wird deutlich, daß der Rückkanal
einen anderen Weg nimmt als über das Medium. Tatsächlich ist
es ja auch so, daß im Falle von z.B. Leserbriefen oder Hörertelefon
jeweils nicht etwa das entsprechende Massenmedium, auf welches reagiert
wird, wieder "rückwärts", sondern stattdessen eine
völlig andere Kommunikationsmethode benutzt wird. Die Einseitigkeit
eines Massenmediums muß also ausschließlich auf das Medium
selbst bezogen werden.
Die Autoren Noelle-Neumann/Schulz/Wilke definieren Rückkopplung (Feedback)
abstrakt als eine "entgegen der Hauptübertragungsrichtung vom
Rezipienten an den Kommunikator gerichtete Information, die im allgemeinen
zur Steuerung der Beziehung zwischen den Kommunikationspartnern dient"
(39). Sie nennen hierbei für massenmediale Kommunikationssituationen
als Beispiele ebenfalls Leserbriefe und Telefonanrufe. Auch sie kommen
aber zu dem Ergebnis, daß eine Kommunikationssituation mit Rückkopplung
sich von einer reziproken insofern unterscheidet, "als die beteiligten
Partner ihre Rollen grundsätzlich nicht tauschen". Bentele/Beck
vertreten die gleiche Ansicht, sie ergänzen, trotz einer von ihnen
prognostizierten wahrscheinlichen Zunahme von Feedback (insbesondere "aufgrund
neuer technischer Entwicklungen" (40)): "Die
institutionalisierte Grenze zwischen professionellen Journalisten und
"aktiven Rezipienten" bleibt bestehen" (41).
Die Feststellung, daß es sich bei der Unidirektionalität nicht
nur um ein beobachtetes Phänomen des "Status Quo" der klassischen
Massenmedien handelt, sondern um eine funktional notwendige Eigenschaft,
wird von Wehner gemacht: Wehner erläutert, daß "ohne die
Reduzierung von Rückmeldungsmöglichkeiten durch die rollenförmig
festgelegte Beziehung zum Publikum eine wichtige Voraussetzung für
das Operieren der Massenmedien verloren gehen würde (...)" (42).
Dem wird hier gefolgt: Wenn zuviele Empfänger Rückmeldungen
geben würden (und der "Massenkommunikator" diese auch beachten
sollte), dann würde der Prozess der Massenkommunikation gelähmt.
Abschließend kann das Thema "Einseitigkeit" also folgendermaßen
zusammengefasst werden:
1. Einseitigkeit beim Kommunikationsprozeß ist im Sinne von Abgrenzung
gegen reziproke, reflexive Kommunikationsstrukturen zu verstehen.
2. Einseitigkeit ist ein notwendiges Charakteristikum von Massenkommunikation
3. Die Eigenschaft der Einseitigkeit bezieht sich ausdrücklich nur
auf das jeweilige Medium selbst, Kommunikationsalternativen bleiben unberührt.
Maletzkes "disperses Publikum" bleibt bei anderen Autoren im
Grundsatz unwidersprochen. (43)
Anders als Maletzke, der angibt, eine Mindestanzahl an Rezipienten könne
nicht angegeben werden (44), diskutieren andere Autoren
allerdings, ob eine zahlenmäßig zu geringe Empfängerschaft
den massenmedialen Charakter eines Mediums in Frage stellen könnte.
So stellten z.B. Morris/Ogang (1996), -passend zum Thema der vorliegenden
Arbeit-, die Frage, ob das Internet wegen seiner zur dieser Zeit noch
relativ geringen Verbreitung überhaupt ein Massenmedium sei (45).
Maletzkes Ansatz, die Quantität des Publikums offen zu lassen, erscheint
allerdings der Neutralität der Definition von "Massenkommunikation"
zuträglich: Versuche, eine Mindestanzahl festzulegen bergen Probleme:
Ein solcher Ansatz muß sich den Vorwurf gefallen lassen, er ziele
darauf ab, nur solche Medien zu "Massen"-Medien zu erklären,
welche auch massenhaft rezipiert werden, und zwar im ideologisch gefärbten
Sinne dieser Formulier-ung (siehe 6.1). Ein solcher Ansatz nimmt so zwar
denkbare, aber an dieser Stelle jedenfalls nicht bewiesene Wirkungen eines
Mediums vorweg. Maletzkes Definition ist in dieser Frage sozusagen "wertfrei"
und dadurch wissenschaftlich universeller einsetzbar. Maletzke selbst
nennt beispielhafte Gründe, warum keine Mindestanzahl festgelegt
werden kann (46): Thematisch sehr spezialisierte Aussagen,
oder ungünstige Sendezeiten z.B. mögen eventuell nur die Aufmerksamkeit
weniger Rezipienten erregen. Ebenso könnten wegen dünner Besiedlung
eines Gebietes nur wenige Menschen erreicht werden.
Es wird hier Maletzkes Sichtweise gefolgt und sein (quantitativ in jeder
Hinsicht unbegrenztes) "disperses Publikum" als Kriterium für
Massenkommunikation direkt übernommen.
Eine Sichtung der verschiedenen Beschreibungen von "Massenkommunikation"
wirft schließlich noch einen weiteren Gesichtspunkt auf, der in
Maletzkes fünf Kriterien direkt nicht vorkommt: Einige Autoren beschreiben
die Sender (Kommunikatoren) der Massenkommuni-kation als "spezialisierte
soziale Gruppen" (47). Silbermann, der diese Beschreibung
benutzt, schränkt sie allerdings an anderer Stelle ein: Er sieht
Massenkommunikation als "gegenwärtig auf Seiten des Kommunikators
in zunehmendem Maße von Institutionen und organisierten Gruppen
bestimmt" (48). So treffend diese Beschreibung
mit Sicht auf die klassischen Massenmedien eventuell sein mag, handelt
es sich dennoch lediglich ausdrücklich um eine Beobachtung des "Status
Quo" und taugt nicht als Kriterium einer möglichst situationsunab-hängigen,
neutralen Definition. Silbermanns Beobachtung bezieht sich, wie er selbst
sagt, auf die Gegenwart und lässt somit Spielraum für andere
Zustände zu anderen Zeiten.
Auch Maletzke spricht im Kapitel "Der Kommunikator im Team"
von "zunehmender beruflichen Rollenspezialisierung der Kommunikatoren"
(49). Allerdings widmet er zuvor auch dem "Kommunikator
als Persönlichkeit" ein eigenes Kapitel (50)
und er definiert vor allem den Kommunikator ausdrücklich offen als
"jede Person oder Personengruppe, die an der Produktion von (...
massenmedialen...) Aussagen beteiligt ist, sei es schöpferisch-gestaltend
oder selektiv oder kontrollierend". Letztlich muß sich die
Ansicht, im Kommunikator zwingend eine "soziale Gruppe" zu sehen,
auch wieder die Kritik gefallen lassen, entweder einen beobachteten "Status
Quo" unkritisch zur Definition überhöht zu haben, oder
ideologisch motiviert eine Definition formuliert zu haben, die dann bestimmten
soziologischen Mustern unterworfen sein soll.
Eine offene Sichtweise des Kommunikators im Sinne Maletzkes erscheint
für eine neutrale Definition von Massenkommunikation brauchbarer
und wird deshalb im weiteren hier verwendet.
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4. Das Internet - ein Massenmedium ?
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Nachdem nun also verschiedene Kriterien für "Massenkommunikation"
bzw. "Massenmedien" diskutiert und festgelegt wurden, können
sie in der Folge nun als "Meßkriterien" auf das Internet
angewendet werden.
Wie in Kap.3 festgestellt wurde, kann eine solche Untersuchung nicht auf
das Internet als Gesamtheit stattfinden, sondern es müssen die einzelnen
Komponenten jeweils für sich betrachtet werden. Es werden auch in
diesem Zusammenhang vereinzelt Sichtweisen und Kommentare anderer Autoren
zu diesem Thema eingebracht.
- eMails: eMails sind in ihrer Empfängerschaft personell definiert
und nicht jeder, der sich der enthaltenen Aussage zuwenden will, kann
sie auch empfangen. Vielmehr erhält nur der Adressat, den der Sender
gezielt erreichen wollte, überhaupt Kenntnis von der Aussage. eMails
sind nicht einseitig insofern der Empfänger einer eMail dem Sender
im allgemeinen auch per eMail antworten kann usw. Kommunikation per eMail
hat den oben beschriebenen Charakter von Individualkommunikation, ist
also keine Massenkommunikation.
Einen Grenzfall stellen "Massenmailings" dar: Aufgrund der
Automatik bei der Versendung kann hier nicht von einer personell definierten
Empfängerschaft gesprochen werden. Massenmailings sind in dieser
Hinsicht z.B. mit Zeitschriftenabonnements vergleichbar: in beiden Fällen
wird der Empfänger vom Sender nicht als Individuum, sondern als,
abgesehen von der Adresse, anonymes Glied eines dispersen Publikums gesehen.
Massenmailings funktionieren indirekt und per technischem Verbreitungsmittel.
Was die Frage des Rückkanals angeht, ist eine eindeutige Klassifizierung
schwierig: Technisch gesehen kann der Rezipient innerhalb des Mediums
eine Rückmeldung geben. Das spricht gegen Massenkommunikation. Von
der Intension des Kommunikationsvorganges her muß allerdings angenommen
werden, daß eine Rückmeldung zum Sender nicht erwartet wird,
eine allgemeine Verwendung dieser Möglichkeit würde den (Massen-?)Kommunikator
überfordern, quasi lähmen. Das entspricht den oben gewonnenen
Erkenntnissen bezüglich Massenkommunikation. Es kann also gefolgert
werden, daß Massenmailings von den jeweiligen Kommunikatoren potentiell
als Massenmedium benutzt werden. Die Tatsache, daß auch Settings
denkbar sind, unter denen Massenmailings der massenkommunikative Charakter
eher abgesprochen werden kann (z.B. sehr enger, privater Adressatenkreis)
spricht grundsätzlich nicht gegen eine Klassifizierung als Massenmedium,
denn solche Settings sind auch bei anderen (klassischen) Massenmedien
denkbar (z.B. Presse). In diesem Sinne wird Massenmailings hier also massenmedialer
Charakter bescheinigt.
- Newsgroups: Unmoderierte Newsgroups erfüllen die Prämisse
der öffentlichen Vermittlung und sie werden technisch und indirekt
verbreitet. Das disperse Publikum kann ebenfalls angenommen werden. Newsgroups
sind allerdings nicht einseitig, weil sie die Möglichkeit reflexiver
Kommunikationsstrukturen innerhalb des Mediums erlauben (darin liegt oft
sogar ihr Reiz: gerade solche Newsgroups, in denen hitzige Dialoge (!)
entstehen, sind interessant). Außerdem unterscheidet sich die Kommunikationsstruktur
bei einer unmoderierten Newsgroup von einer massenmedialen dadurch, daß
kein eindeutiger Sender festgestellt werden kann. Dem oben gefundenen
Modell von Massenkommunikation ist aber inhärent, daß ein Sender
eine Aussage an viele andere sendet. Bei Newsgroups ist jeder Teilnehmer
gleichberechtigter Sender. Der in dieser Arbeit entwickelten Systematik
folgend müssen unmoderierte Newsgroups als Massenmedium ausscheiden.
Moderierte Newsgroups stellen einen Grenzfall dar: Zwar ist die Einseitigkeit,
wie gesagt, generell durchbrochen, aber die Entscheidung, ob eine Rückmeldung
zum Bestandteil des Kommunikationsprozesses wird, obliegt einer "höheren
Instanz", dem Moderator. Maletzke beschreibt den Kommunikator unter
anderem als Person, die an den verbreiteten Aussagen "selektiv oder
kontrollierend" beteiligt ist (siehe Kap.6.2). Diese Beschreibung
passt auch auf den Moderator. Es liegt hier eine interessante Zwitter-Situation
vor, denn es entsteht eine reflexive Kommunikationsstruktur, die zum Teil
von einem unter Umständen außerhalb dieser Struktur befindlichen
Moderator gesteuert wird. Eine qualitative Betrachtung läßt
allerdings nach meiner Meinung die Ansicht zu, daß es sich trotzdem
nicht um Massenkommunikation handelt, weil die reflexive Kommunikationsstruktur
überwiegt. Außerdem besteht die Aufgabe des Moderators in der
Regel darin, nicht zum Thema passende Beiträge aus der Diskussion
heraus zu halten, seine Aufgabe dient also letztlich der reflexiven Struktur.
Auch moderierte Newsgroups sind somit keine Massenkommunikation.
- Chats: Chats schließen als Massenkommunikation aus denselben
Gründen aus, wie unmoderierte Newsgroups: Sie haben eindeutig individualkommunikativen
Charakter (51).
- Streaming: Internet-Streams werden öffentlich indirekt über
technische Verbreitungsmittel an ein disperses Publikum gesendet und sind
einseitig. Letztlich handelt es sich bei Internet-Streams um einen Vorgang,
der z.B. stark digitalem Radio per Kabelverbreitung gleicht, mit dem einzigen
Unterschied, daß das betreffende Kabel eines ist, mit dem auch noch
andere Nutzungsarten möglich sind. Das ändert aber nichts an
der massenmedialen Kommunikations-struktur des Sendens und Empfangens
von Internet-Streams.
Auf den ersten Blick nicht so ganz eindeutig ist der Fall bei solchen
Streaming-Angeboten, bei denen der Rezipient direkten Einfluß auf
sein Programm nehmen kann. Hier wird allerdings die Einseitigkeit insofern
auch nicht durchbrochen, als trotzdem keine reflexive Kommunikations-struktur
entsteht. Die Erweiterung in der Rolle des Rezipienten besteht letztlich
nur in einer Erweiterung des (Programm-)Auswahlmöglichkeiten. Das
Grundprinzip bleibt einseitig (vgl. die Erörterungen zu "Interaktivität"
unter dem folgenden Punkt "www" auf S.19).
Internet-Streams können somit als Massenkommunikation bezeichnet
werden.
- das www: Die Inhalte des www werden öffentlich durch technische
Verbreitungsmittel indirekt und einseitig an ein disperses Publikum vermittelt.
Folglich ist das www ein Massenmedium. Eine solche Bewertung anhand der
einzelnen Kriterien (jeweils im Sinne der oben gefundenen Bedeutungen)
fällt bis auf den Punkt "einseitig" ganz eindeutig aus.
Zur Schlußfolgerung, daß das www "einseitig" sei,
führen drei Gesichtspunkte:
1. Publikationen im www lassen per se, also innerhalb des Mediums, keine
Rückmeldungen zu. Wenn aktiv Rückmeldungen gegeben werden, dann
per eMail. Die eMail-Funktion wurde aber oben als vom www getrennt zu
betrachtendes Einzelmedium identifiziert. Selbst wenn ein eMail-Formular
in ein www-Dokument eingebettet ist (die typische "Feedback-Funktion"),
bleibt eine eMail ein anderes Kommunikationsmittel (52).
Eine Zeitung, in der ein vorgedrucktes Feedback-Formular abgedruckt ist,
wird deshalb auch nicht zum Individualmedium. Gerade dieser etwas provozierende
Vergleich führt aber inhaltlich zum zweiten Gesichtspunkt:
2. Selbst wenn man solche Rückmeldungen nicht in einem anderen (Individual-)Medium
orten würde, ergibt eine weiterführende Betrachtung, daß
aber innerhalb des Mediums www (jedenfalls in der Form, in der es zur
Zeit besteht) unmöglich reflexive Kommunikations-strukturen entstehen
können. Es gehört nicht zur typischen Kommunikationsstruktur
des www, daß die Aussage einer www-Seite als individuelle Reaktion
auf eine Rückmeldung eines Nutzers geändert wird. Wenn das geschehen
sollte, stünde der Kommunikator (in diesem Falle der Seitenbetreiber)
vor dem oben beschriebenen Problem, daß seine Kommunikation durch
Überlastung gelähmt würde (53). Dieser
zweite Gesichtspunkt, -das Fehlen von reflexiven Kommunikationsstrukturen-,
führt schließlich auch zum dritten:
3. Eine genaue Betrachtung der häufig zitierten "Interaktivität"
(54): Stellenweise wird erklärt, die Interaktivität
der "Neuen Medien" führe zu einer so individualisierten
Benutzung, daß keine Massenkommunikation mehr vorliege. Durch interaktive
Medien wie z.B. Btx oder Videotext werde die "Trennung von Individual-
und Massenkommunikationsmedien fraglich" (55).
Die Überlegung, daß Interaktivität eine Eigenschaft von
Individualkommunikation und somit Ausschlußkriterium für Massenkommunikation
sei (56), ist in sich schlüssig. Sie bedarf allerdings
einer exakten Definition von "Interaktivität". Wenn eine
solche Definition vorgenommen ist, kann man sie in einem zweiten Schritt
auf die Benutzungsstruktur des www anwenden.
Wenn sich dann zeigen sollte, daß das www interaktiv (in solch individualkommunikativen
Sinne) ist, wären die oben genannten Schlußfolgerungen legitim.
Rössler bemerkt zu Interaktivität treffend: "Bereits die
Definition des Begriffes 'Interaktivität' erweist sich als schwierig"
(57). Interaktivität wird gemeinhin oft schon gesehen
z.B. in Bidirektionalität, Nutzer-kontrolle (User-control), Nutzeraktivierung,
Rückkanal (Feedback) u.a. (58). Eine genaue Ana-lyse
macht schnell deutlich, daß beispielsweise eine hohe Nutzeraktivierung
per se noch keine Interaktivität macht. Besonders aufschlussreich
ist die Betrachtung von "Bidirektionalität": Rafaeli differenziert
zwischen "Reaktion" und "Interaktion" (59).
Beide sind bei bidirektionaler Kommunikation möglich, aber nur Interaktion
ermöglicht Interaktivität. Rogers erklärt: "Zentral
erscheint die Beobachtung, daß Interaktivität dann gegeben
ist, wenn die Teilnehmer eines Kommunikationsprozesses ihre Rollen austauschen
und ihre Beiträge situationsbezogen kontrollieren können"
(60). Rafaelis Ausführung geht über diesen
Punkt hinaus, indem Interaktion als reflexiver Prozeß gegen Reaktion
abgegrenzt wird (61). Dieser Begriff von Interaktion
deckt sich schlüssig mit der in Kap.6.2 gefundenen Auffassung von
Individualkommunikation als reflexivem Prozeß. In diesem Sinne ist
"Interaktivität" eine reflexive Benutzungsstruktur. Dieser
Argumentation wird hier gefolgt. Ein einfaches "Reiz-Reaktionsschema"
ist in diesem Sinne nicht "interaktiv" (62)
und die Benutzungsstruktur des www per Hyperlinks auch nicht.
Gemäß der er oben angelegten Systematik ist das www damit auch
ein Massenmedium.
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5. Fazit
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Eine Zusammenfassung ergibt also: eMails, Newsgroups und Chat sind keine
Massenmedien. Internet-Streams und das www sind Massenmedien.
Die strikte Auftrennung der "medialen Infrastruktur Internet"
in unterschiedliche Teilbereiche mag auf den ersten Blick unbefriedigend
erscheinen, ist aber aus Gründen der Systematik notwendig. Die scheinbare
Einheit dieser Komponenten unter einer Oberfläche macht freilich
die gefundenen Ergebnisse für Anwendungen in der Praxis fragwürdig.
Es wäre interessant, zu untersuchen, ob z.B. die große "Nähe"
von einem individualkommunikativen Medium wie eMail mit einem Massenmedium
wie www unter dem Dach einer gemeinsamen Oberfläche sich eventuell
in der Sicht der Rezipienten auf die Anmutung der jeweiligen Medien auswirkt.
Trotz alledem bleibt letztendlich die Trennung in verschiedene Medien
sinnvoll: einem Radio mit eingebautem Telefon könnte auch nicht der
massenkommunikative Charakter abgesprochen werden - man käme notwendig
zu dem Schluß, hier "differenzieren zu müssen".
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Fußnoten
(1) Rötzer lt. Bonfadelli S. 187f
(2) Negroponte lt. Hagen, S.106; auch Rössler S.
20
(3) Geser lt. Bonfadelli S.188
(4) vgl. Bonfadelli S.188
(5) so auch Rössler S.19
(6) so auch Rössler S.19
(7) vgl. Bonfadelli S.189
(8) so auch Rössler S.19; Hagen S.106; Bonfadelli
S.189
(9) Bonfadelli S.189
(10) Schulz lt. Rössler S.20
(11) Bonfadelli S.189; vgl.auch Rössler S. 20: Rössler
spricht von der Verschmelzung auf dem Gebiet der Telekommunikation unter
dem Stichwort der "Konvergenz"
(12) vgl. Rössler S.35: auch Rössler verweist
aufgrund der "Verschmelzung von Kommunikationsmodi innerhalb eines
Dienstes (...) erneut auf die Notwendigkeit, sehr genau zwischen den einzelnen
Verwendungszusammenhängen zu unterscheiden"
(13) Koschnik, siehe Literaturverzeichnis
(14) Silbermann, siehe Literaturverzeichnis
(15) Maletzke(a) S.32
(16) Maletzke(b) S.46
(17) z.B. in: Noelle-Neumann/Schulz/Wilke S.143; Döhn/Klöckner
S. 138; Burkart S.166; Bentele/Beck S.35
(18) Maletzke(a) S.24,32
(19) Maletzke(a) S.24
(20) Maletzke(a) S.23
(21) Maletzke(a) S.23f
(22) Maletzke(a) S.24ff
(23) Maletzke(a) S.28
(24) Maletzke(a) S.86
(25) Maletzke(a) S.29
(26) so auch Bentele/Beck S.38
(27) Maletzke(a): verschiedene Stellen; Seitenzahlen
werden ggf. dann angegeben
(28) Burkart S. 128
(29) Freidson in Maletzke(a) S.32
(30) vgl. hierzu z.B. Rötzer S.122
(31) vgl. hierzu z.B. Wehner S.122f: Wehner beschreibt
deswegen Medien, die zwar in technischer Hinsicht noch Massenmedien seien,
aber aufgrund ihrer Funktion eben doch keine.
(32) vgl. z.B. Silbermann S.289; Noelle-Neumann/Schulz/Wilke
S.141; Koschnick S.1148; Döhn/Klöckner S.138; Burkart S.168;
Freidson, Lang/Lang, Janowitz/Schulze
(33) z.B. Silbermann S.289; Koschnick S.1170; Luhmann
lt. Wehner S.107; Döhn/Klöckner S.138; Burkart S.165, Bentele/Beck
S.34ff
(34) z.B. Noelle-Neumann/Schulz/Wilke
(35) vgl. Maletzke(a) S. 23f; auch: Noelle-Neumann/Schulz/Wilke
S.147;
(36) Rafaeli S.111; Noelle-Neumann/Schulz/Wilke sprechen
von "reziproke Struktur": Noelle-Neumann/Schulz/Wilke S. 147
(37) z.B. Silbermann S.295; Noelle-Neumann/Schulz/Wilke
S.148; Döhn/Klöckner S.131
(38) Maletzke(a) S.41
(39) Noelle-Neumann/Schulz/Wilke S.148
(40) Bentele/Beck S.43
(41) Bentele/Beck S.35
(42) Wehner S.107
(43) vgl. z.B. Silbermann S.289; Noelle-Neumann/Schulz/Wilke
S.148; Döhn/Klöckner S.131; Bentele/Beck S.43; Burkart S.168;
Koschnick S.1184
(44) Maletzke(a) S.29
(45) Morris/Ogang lt. Bonfadelli S.189
(46) Maletzke(a) S.29
(47) Janowitz/Schulze lt. Burkart S.170, Silbermann S.289
(48) Silbermann S.290
(49) Maletzke(a) S.46
(50) Maletzke(a) S.44
(51) so auch Rintel/Pittam lt. Rössler S.30
(52) so auch Dobal/Werner lt. Rössler S.35
(53) vgl. hierzu auch Rötzer S.129: Rötzer
verweist darauf, daß "interaktive Medien nicht mehr auf ein
Massenpublikum ausgerichtet sein können, die gleichzeitig dasselbe
Bild sehen". -das ist beim www aber (z.Zt.noch) der Fall
(54) vgl. z.B. Rössler S.24,32f; Bonfadelli S.188;
Rötzer S.119ff
(55) Bentele/Beck S. 41
(56) vgl. Rössler S.32
(57) Rössler S.32
(58) Rafaeli S.115
(59) Rafaeli S.115f
(60) Rogers lt. Rössler S.33
(61) Rafaeli S.115f
(62) Rafaeli S.116; auch Rössler bemerkt hierzu
(S.34f), daß sich "die Interaktivität des "Surfens"
im www im wesentlichen nur als reine Folge von Selektionsentscheidungen
im Sinne von "Multiple Choice" darstellt.
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Literaturverzeichnis
Bentele, Günter / Beck, Klaus (1994):
Information - Kommunikation - Massenkommunikation: Grundbegriffe und Modelle
der Publizistik- und Kommunikationswisenschaft. In: Otfried Jarren (Hg.):
Medien und Journalismus 1. Eine Einführung. Westdeutscher Verlag
Bonfadelli, Heinz (2000):
Medienwirkungsforschung 2: Anwendungen in Politik, Wirtschaft und Kultur.
UVK-Medien. Konstanz, 2000
Burkart, Roland (1998):
Kommunikationswissenschaft. Wien, Köln, Weimar: Böhlau-Verlag,
1998
Döhn, Lothar / Klöckner, Klaus (1979):
Medienlexikon, Kommunikation in Gesellschaft unf Staat. Baden-Baden, Signal-Verlag,
1979
Maletzke, Gerhard (1964):
Psychologie der Massenkommunikation. (a) Hamburg: Verlag Hans Bredow Institut,
1963
Maletzke, Gerhard (1998):
Kommunikationswissenschaft im Überblick. Grundlagen, (b) Probleme,
Perspektiven. Opladen; Wiesbaden : Westdeutscher Verlag, 1998
Noelle-Neumann, Elisabeth / Schulz, Winfried / Wilke, Jürgen :
Das Fischer Lexikon. Publizistik Massenkommunikation. Frankfurt a.M.:
Fischer, 1996
Rafaeli, Sheizaf (1988):
Interactivity. From new media to Communikation. In: Hawkins, Robert /
Wiemann, John / Pingree, Suzanne: Advancing Communication Science. Newbury
Park, 1988, S.110-134
Rössler, Patrick (1998):
Online-Kommunikation. Opladen; Wiesbaden : Westdeutscher Verlag, 1998,
S.17-46
Rötzer, Florian (1996):
Interaktion - das Ende herkömmlicher Massenmedien. In Maresch, Rudolf
(Hg.): Medien und Öffentlichkeit.
München, 1996, S.119-134
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