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Markt und Preis

Die Bedingungen des vollkommenen Marktes

1. Gleichartigkeit der Güter (Homogenität)

2. Jeder Marktteilnehmer hat die volle Marktübersicht (Markttransparenz)

3. keine persönlichen oder räumlichen Präferenzen

4. zeitliche Übereinstimmung von Angebot und Nachfrage

Die Börse kommt dem Ideal des vollkommenen Marktes sehr nahe.

Die Marktformen

Anbieter/Nachfrager

viele

wenige

einer

viele

Polypol

Angebots-Oligopol

Angebots-Monopol

weniger

Nachfrage-Poligopol

zweiseitiges Oligopol

beschränktes Angebots-Oligopol

einer

Nachfrage-Monopol

beschränktes Nachfrage-Monopol

zweiseitiges Monopol

Polypol = viele Anbieter, viele Nachfrager
Oligopol = wenige Anbieter viele Nachfrager
Monopol = ein Anbieter, viele Nachfrager

Bestimmungsgründe der Nachfrage

Die Nachfrage kann abhängig sein :

· vom Preis d. nachgefragten Gutes
· vom Preis anderer Güter komplementärer oder substiutiver Art
· vom verfügbaren Einkommen
· von den Zukunftserwartungen
· vom Bedarfswandel

Bestimmungsgründe des Angebots

Die angebotene Menge von Gut X kann abhängig sein
· vom erzielbaren Preis
· vom Preis anderer Güter
· vom Preis der Produktionsfaktoren
· von den Gewinnerwartungens

Die Nachfragefunktion

Die Nachfragekurve bringt zum Ausdruck, welche Mengen eines Gutes zu einem bestimmten Preis am Markt nachgefragt werden. Im folgenden Beispiel sieht man, daß bei einem niedrigen Preis eine hohe Gütermenge nachgefragt wird. Mit steigenden Preisen sinkt die Nachfrage.

Preis je kg

Nachfrage in kg

0,50

8500

1,00

7500

1,50

6500

2,00

5500

2,50

4500

3,00

3500

3,50

2500

4,00

1500

4,50

500

 

Die Nachfragekurve hat in der Regel einen fallenden Verlauf.

Ausnahme:

a) Qualitätsvermutungseffekt
b) Snobeffekt


· Ändert sich nur der Preis d. nachgefragten Gutes, findet eine Bewegung der Nachfragekurve statt
· In allen anderen Fällen verschiebt sich die Kurve nach rechts oder links


Eine Rechtsverschiebung der Kurve findet statt:

· wenn der Preis für ein substitutives Gut steigt
· komplementäres Gut sinkt
· wenn das verfügbare Einkommen steigt
· wenn die Zukunftserwartungen steigen

Eine Linksverschiebung findet im umgekehrten Fall statt.

Die Angebotsfunktion

Die Angebotskurve bringt zum Ausdruck, welche Mengen eines Gutes zu einem bestimmten Preis auf dem Markt angeboten werden. Bei einem niedrigen Preis ist das Angebot gering, bei einem hohen Preis groß.

Preis je kg

Angebot in kg

0,50

500

1,00

1500

1,50

2500

2,00

3500

2,50

4500

3,00

5500

3,50

6500

4,00

7500

4,50

8500

Die Angebotskurve hat in der Regel einen steigenden Verlauf.

· Ändert sich nur der Preis des angebotenen Gutes, so findet eine Bewegung entlang der Angebotskurve statt.

· In allen anderen Fällen verschiebt sie sich nach links oder rechts

Preiselastizität der Nachfrage

Der Anbieter muß damit rechnen, daß bei steigenden Preisen die Nachfrage nach seinem Gut abnimmt. Interessanter ist für ihn die Frage, wie sich Preissteigerungen auf seinen Erlös auswirken.

Beispiel:

 

Fall 1

Fall 2

Preise

2,00 DM

2,50 DM

4,00 DM

4,50 DM

Nachfrage

5500

4500

1500

500

Erlöse

11.000,00 DM

11.250,00 DM

6.000,00 DM

2.250,00 DM

Obwohl die Preissteigerung identisch ist und der Nachfragerückgang bei jeweils 1000 Stück liegt, sind die Auswirkungen auf die Erlöse unterschiedlich.

Fall

alte Nachfrage

neue Nachfrage


Mengenänderung

Mengenänderung in %

1

5500

4500

-1000

-18,18

2

1500

500

-1000

-66,67

 

 

 

 

 

Fall

alter Preis

neuer Preis

Preisänderung

Preisänderung in %

1

2

2,5

0,5

25,00

2

4

4,5

0,5

12,50

Bildet man den Quotienten aus prozentualer Mengenänderung und prozentualer Preisänderung, erhält man die Preiselastizität der Nachfrage:

E = rel. Mengenänderung
      rel. Preisänderung

Fall

Mengenänderung in %

Preisänderung in %

E

1

18,18

25

0,7272

2

66,67

12,5

5,3336

E < 1= unelastischer Nachfrage (Nachfrager reagiert kaum auf die Preisänderung.)

E > 1 = elastische Nachfrage (Nachfrage geht zurück. Folge: Erlösschmälerung)
E = 0 = die Nachfrager reagieren nicht auf die Preisänderung

E = 1 = proportionselastische Nachfrage (proz. Mengenänderung = proz. Preisänderung)

E = unendl. = Jede Menge wird nachgefragt


Preisbildung bei vollständiger Konkurrenz
Bildung des Gleichgewichtspreises

Preis je kg

Nachfrage

Angebot

Marktumsatz

0,50

8500

500

250 DM

1,00

7500

1500

1.500 DM

1,50

6500

2500

3.750 DM

2,00

5500

3500

7.000 DM

2,50

4500

4500

11.250 DM

3,00

3500

5500

10.500 DM

3,50

2500

6500

8.750 DM

4,00

1500

7500

6.000 DM

4,50

500

8500

2.250 DM

Der Preis bei dem Angebot und Nachfrage übereinstimmen, nennt man den Gleichgewichtspreis.

Zum Gleichgewichtspreis wird der höchste Absatz erzielt, weil zu jedem anderen Preis entweder die angebotene oder die nachgefragte Menge kleiner ist als die Gleichgewichtsmenge.

Der Gleichgewichtspreis liegt im Schnittpunkt von Angebots- und Nachfragekurve.

Der Gleichgewichtspreis ist den Marktteilnehmern nicht von vornherein bekannt, sondern ist das Produkt eines Anpassungsprozesses. Können nicht alle angebotenen Güter zu einem Preis verkauft werden, so spricht man von einem Angebotsüberhang. Um alle vorhandenen Güter zu verkaufen muß der Preis gesenkt werden. Den umgekehrten Fall nennt man Nachfrageüberhang.

Unter einer Konsumentenrente versteht man die Differenz zwischen dem Preis, den d. Nachfrager ürsprünglich bereit war zu bezahlen und dem Preis, den er tatsächlich bezahlen mußte.

Unter der Produzentenrente versteht man den Preis, den der Anbieter ursprünglich für sein Gut erzielen wollte und dem Preis, den er tatsächlich erhielt.


Wie verändern sich Gleichgewichtsmenge und Gleichgewichtspreis?

1) Nachfrage steigt stärker als das Angebot = Gp +, Gm +
2) Nachfrage und Angebot steigen gleich stark = Gp 0, Gm +
3) Nachfrage steigt in gleichem Maße wie Angebot sinkt = Gp +, Gm const.


Die Bedeutung des Gleichgewichtspreises

Markträumungsfunktion Þ alle Kauf- und Verkaufswünsche können befriedigt werden; der ganze Markt wird geräumt

Marktausschaltungsfunktion Þ Verdrängung der Anbieter, die nicht bereit sind ihr Gut zu einem niedrigeren Preis zu verkaufen. Das gleiche gilt für der Nachfrager, der ein bestimmtes Gut ab einem gewissen Preis nicht mehr kaufen kann.

Lenkungsfunktion Þ Durch Verdrängung bestimmter Anbieter aus dem Wettbewerb, fließen die produktiven Kräfte einer Volkswirtschaft an die Stellen, die möglichst rentabel sind.


Monopolpreisbildung

Der Angebotsmonopolist kann die Preisfestsetzung relativ frei gestalten, da er keine Konkurrenten hat.
Er muß aber
- das Verhalten der Verbraucher berücksichtigen
- eigene Produktionskosten beachten
Er kann die Absatzmenge begrenzen

Monopolpreisbildungen in der Wirtschaft führen zu:

· höheren Verbraucherpreisen
· eingeschränkter Versorgung
· Beschäftigungsrückgang
· Monopolgewinnen


Oligopolpreisbildung

Im Oligopol muß jeder Anbieter bei seiner Preisfestsetzung nicht nur das Verhalten der Nachfrager, sondern auch die Reaktion der Mitbewerber beachten. Auf unvollkommenen Märkten besitzen sie einen konkurrenzfreien monopolistischen Preisbereich.